Küssende Sau trifft Wassernixe

Die Autofahrt haben wir dazu genutzt, den Kindern die Geschichte von der schönen Lau zu erzählen. Die hübsche Nixe mit ihren fließenden Haaren und traurigen Augen sitzt nämlich auf dem Grunde des Blautopfs und muss erst das Lachen wieder lernen, um zurück ins Meer zu dürfen. So beginnt die Erzählung von Eduard Mörike. Und da wir am Ende unserer Wanderung auf der Alb, bei dem Städtlein Blaubeuren, dicht hinter dem alten Mönchskloster, direkt an der steilen Felsenwand, die wundersame Quelle, den Blautopf, zum Ziel haben, stimmt uns das Märchen natürlich perfekt auf unseren Ausflug ein!

Von der Küssenden Sau zur Schönen Lau

Wir parken am Bahnhof in Blaubeuren, schnappen unsere Rucksäcke mit Vesper und Federballspiel, überqueren die Straße und folgen den Beschilderungen zum Felsenlabyrinth und zur Ruine Günzelburg. Direkt am Felsenlabyrinth machen wir die erste Pause. Auf schmalen Pfaden kann man ein bisschen nach oben kraxeln und die beeindruckenden Felsformationen, die an Wesen aus Sagen und Märchen erinnern, aus nächster Nähe bestaunen. Wir haben Glück und können sogar zwei geübte Kletterer beim Aufstieg zum Felsgipfel beobachten.

Vorbei an dem Felsentor „Küssende Sau“, das lustigerweise wirklich genau so aussieht, geht es dann weiter über schmale Pfade hinauf zur Ruine Günzelburg. Hier machen wir die zweite Pause, erobern die Ruine und genießen vom Felsplateau den herrlichen Blick ins Achtal. Jetzt müssen wir wieder ein paar Meter den Weg zurück und folgen dann den roten und schließlich den gelben Gabeln Richtung Blaufels.

Picknick mit Federball

Auf dem Weg, an einer großen Wiese, breiten wir unsere Picknickdecke aus und machen eine späte Mittagspause mit anschließendem Federballtunier. Weiter geht es durch herrliche Wälder den Weg bergab. Entweder kann man jetzt, unten bei der Bundesstraße angekommen, direkt zum Blautopf laufen, oder man folgt dem Weg noch zum Blaufels, einem sehr beliebten Kletterfels, von dem man auch eine super Aussicht haben soll.

Wir entscheiden uns fürs Abkürzen und sind schon ganz gespannt, welche Farbe der Blautopf haben wird. Denn das besondere am Blautopf soll seine magisch tiefblaue Farbe sein, die sich von grünblau zu hellblau ändert, je nach Wetterlage und Sonnenlicht. Früher haben die Menschen behauptet, das Blau käme sicher dadurch, dass täglich ein Fass Tinte hineingeschüttet werden würde! Und tatsächlich ist der Blautopf, die zweitgrößte Karstquelle der Schwäbischen Alb, unglaublich blau, als wir ankommen. Uns ist allerdings die Stimmung nach so viel herrlicher Ruhe in den Wäldern ein bisschen zu unverwunschen, denn es wimmelt hier nur so von Touristen.

Also laufen wir weiter, schauen uns noch das wunderschöne Kloster an, gackern eine Runde mit den freilaufenden Hühnern um die Wette, schlendern mit Eis in der Hand durch die historische Altstadt mit ihren hübschen Fachwerkhäusern, finden zurück zum Bahnhof und düsen glücklich und zufrieden nach Hause.

Start der Wanderung am Bahnhof Blaubeuren, Bahnhofstr. 8, Blaubeuren. Natürlich kann man auch mit dem Zug nach Blaubeuren reisen. Dazu fährt man vom Stuttgarter Hauptbahnhof erst bis nach Ulm und steigt dort in den Zug nach Blau­beuren um. Je nach Umsteigezeit dauert die Fahrt auch etwa eine Stunde.
Wer möchte, kann nach der Wanderung noch das Urgeschichtliche Museum Blaubeuren URMU be­suchen, das spannende Familienführungen und Aktionsprogramme für Kinder anbietet, sonntags mit geöffneter Steinzeitwerkstatt und immer mit jeder Menge Informationen über die Steinzeit und über die  Schwäbische Alb. Urgeschichtliches Museum Blaubeuren, Kirchplatz 10, Blaubeuren.

von Tina Bähring

> Mehr zum Urgeschichtlichen Museum Blaubeuren

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Wanderung Blaubeuren

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