Im Ankleidezimmer auf Schloss Bebenhausen

Kindgerechter Vortrag auf Schloss Bebenhausen

Familienführung im Schloss Bebenhausen

Unser Ausflug des Monats führt dieses Mal in den Schönbuch bei Tübingen. Während Königin Charlotte und ihr Ehe­mann Wilhelm auf einem Ausritt sind, erkun­den Kinder und ihre Eltern das Jagd­schloss Bebenhausen.

Als wir im Schloss Bebenhausen ankommen, einem Nebengebäude der Klosteranlage Bebenhausen, hat sich vor dem Schild „Schloss­führungen“ bereits ein kleines Grüppchen gebildet. Pünktlich mit dem letzten Glockenschlag erscheint eine Dame im langen, dunkel­roten Rock. Das mit schwarzer Spitze besetzte und weit ausgestellte Gewand schleift über die Pflastersteine des Schlosshofes - ein Po Kissen darunter sorgt für viel Volumen. „Das ist ein Tour­nürenkleid aus der Gründerzeit“, erklärt die Hof­dame, die sich als Amalie von Sturmfeder vor­stellt.

Wir machen quasi einen Zeitsprung von über 120 Jahre in die Vergangenheit. Amalie wirft einen kritischen Blick auf ihre jungen Besucher und bietet an: „Damit ihr auch alle korrekt gewandet seid, gehen wir zuerst in die Kleiderkammer der Prinzessinnen und Prinzen.“ Zum Glück weiß sie, wo der Schlüssel ist. Durch den Dienstboteneingang geht es ins Schloss und direkt zum Ankleidezimmer. „Danach zeige ich euch das Schloss“, stellt die Hofdame in Aussicht. Zur Auswahl stehen Ballkleider in verschiedenen Farben, die in rosa und rot sind am beliebtesten.
„Eigentlich dürfen unverheiratete Mädchen nur ganz helle Farben tragen“, erklärt die adelige Dame, die zum Hofstaat gehört. Da die Königin und der König unterwegs sind, geht es auch etwas legerer. „Wir sind unter uns“, sagt die Museumspädagogin, die mit bürgerlichen Namen Anne-Kathrin Bui-Späth heißt. Jetzt führt sie die Besucher in den Schloss- und Tanzsaal. Der in Grüntönen gehaltene Raum hat eine holzvertäfelte Decke und auch die Kronleuchter sind aus dunklem Holz gemacht. Die Fensterscheiben sind mit Wappen und kleinen Szenen verziert, durch die helles Sonnenlicht fällt.

Wer schön sein will, ...

Eine junge Zuhörerin beschwert sich, dass ihr Jäckchen kratzt. Amalie lacht und erklärt: „Die beste Zeit ist abends, wenn ich mein Kleid ausziehen kann.“ Für die Damen ihrer Zeit war es normal, sich mehrmals am Tag umzuziehen und der Mode wegen, eingeschnürt den Tag zu überstehen. Wie heißt es doch gleich: „Wer schön sein will, muss leiden.“

Als Gesellschafterin der Königin weiß sie viel über das Leben von Olga Nikolajewna Romanowa, die 1846 den württembergischen Kronprinzen Karl heiratete. Die schöne russische Großfürstin, Tochter von Zar Nikolaus I. brachte „Glamour“ in das kleine Königreich Württemberg und beeindruckte ihre Zeitgenossen durch ihre vornehme Ausstrahlung. Da die Ehe kinderlos blieb, adoptierte Olga ihre Nichte Wera Konstantinowna, die im Schloss für Trubel sorgte. „Am Hof wurde gern gespielt – auch ‚Scharade‘“, sagt Amalie und erklärt auch schon das pantomimische Wörterratespiel. Ganz im Bann des königlichen Lebens vergehen die eineinhalb Stunden wie im Fluge und allzu schnell geht es zurück in die Gegenwart.

Im Anschluss haben wir noch eine Runde Abenteuergolf in Weil im Schönbuch gespielt und sind im Waldgasthof Weiler Hütte zünftig eingekehrt

Kloster und Schloss Bebenhausen
Im Schloss 1, Tübingen
Führungen am Sonntag 11. Nov ab 10.30 Uhr
Erw. 9,- Euro, Kind 4,50 Euro und Fam. 22,50 Euro
Tel. 07071-60280

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