Abenteuer in der Stadt

Pferdeglück, Lagerfeuer und Natur pur – darauf müssen Stadt­kinder meist verzichten. Nicht in Stutt­gart, denn im Umkreis gibt es 22 Jugend­farmen und Aktivspielplätze für abenteuerlustige Mädchen und Jungen. Eine davon ist die Jugendfarm in Freiberg/Rot. Hier lernen Kinder Reiten und ganz nebenbei Ver­ant­wortung und eine Menge Sozial­­­kompetenz.  

Es ist ein Samstagmittag mitten im Winter und zahlreiche Kinder sind damit beschäftigt, Tiere zu versorgen, Ställe auszumisten und die rutschigen Wege zu streuen, denn die letzte Nacht war eisig. Anschließend wartet eine tolle Belohnung: Alle, die spätestens eine halbe Stunde nach Öffnung der Farm zum Helfen da sind, dürfen reiten. Vorher wird aber noch besprochen, wer welches Pferd bekommt. „So lernen die Kinder nicht nur, Verantwortung für die Tiere zu übernehmen, sondern auch, wie ein Gruppen­prozess funktioniert und wie man sich einigt“, erklärt Martina Hennings, Erzieherin und pädagogische Mitarbeiterin auf der Farm. Beim Reiten leiten sich die Farmkinder untereinander an, aber es gibt auch Hilfe­stellung von Seiten der Betreuer.

Wer hier mit anpackt, spürt am eigenen Leib, was es bedeutet, draußen in der Natur zu arbeiten. In den Ställen gibt es kein elektrisches Licht und so muss die Arbeit vor Anbruch der Dunkel­heit erledigt sein. Vor allem im Winter kann das manchmal richtig anstrengend werden. Deshalb tragen hier alle ge­meinsam dazu bei, dass es Pferd, Esel und Co gut geht.

Reiten ist längst nicht alles, was die Farm zu bieten hat. Esel, Ziegen, Schafe, Hühner, Hasen und Meer­schwei­nchen warten darauf, gestreichelt und umsorgt zu werden. Außer­dem wird hier getobt, gespielt, gebaut und ausgeruht. Im Farm­haus steht ein Tischkicker bereit und in der Werkstatt bauen Kinder und Betreuer gemeinsam das wieder auf, was im Laufe der Zeit marode geworden ist. Kuchen backen, kreativ sein, Traktor fahren, Feuer machen und Gras ernten sind weitere Beschäftigungsmöglichkeiten. Im Sommer kommt die „schnellste Was­ser­rutsche Stuttgarts“ zum Einsatz: eine blaue Plastikbahn mündet in einem Wasserbecken und sorgt bei heißen Temperaturen für Abkühlung. Ein weiteres Highlight: der Hüttenbauplatz. Hier dürfen sich ein paar Kinder zusammen tun und eine eigene Hütte bauen.Uund auch hier lautet das Motto „erst die Arbeit, dann das Vergnügen.“ Denn die notwendigen Nägel erhalten die Kinder im Tausch gegen alte Nägel, die sie an der Feuerstelle sammeln oder aus alten Brettern ziehen. Zwei Mal im Jahr gibt es ein großes Farmfest mit Übernachtung, bei dem die stolzen Hüttenbesitzer in ihren Häuschen schlafen dürfen.

Gewöhnlich findet an jedem zweiten Sonn­tag im Monat von 14:30 bis 17 Uhr ein Familien­sonntag mit großem Programm statt. Interessierte können sich auf der Homepage nach Terminänderungen informieren.

von Laura Fröhlich

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