Ein Ausflug nach Ulm, die Stadt an der Donau mit dem höchsten Kirch­turm der Welt. Eigentlich war ein Oma-Enkel-Aus­flug geplant, dann hat sich zufällig ein freier Tag ergeben und Mama hat beschlossen zu begleiten, denn Ulm ist eine zauberhafte Stadt.

Die Reise geht ganz gemütlich mit der Bahn vom Stutt­garter bis zum Ulmer Hauptbahnhof. Von dort ist man in wenigen Schritten mitten im Zentrum. Und preisgünstig ist es auch, das Baden-Würt­temberg-Ticket kostet 23 Euro und bis zu vier mitreisende Personen zahlen jeweils nur fünf Euro hinzu. Omas Ziel ist das Ulmer Münster, die gotische Basilika mit dem höchsten Kirch­turm der Welt, so nah vor unserer Haus­tür. Genau 161,52 Meter hoch ist er, was braucht man da nach New York oder Dubai? Außer­dem feiert er dieses Jahr seinen 125. Geburts­tag. Beim Treppenzählen kamen wir aller­dings nicht weit. Als wir noch nicht einmal die einhundertste Stufe erreicht hatten, haben wir uns schon verzählt.
Aber man kann ja nachlesen, es sind genau 768 Stufen bis zur obersten Aussichtsplattform. Immer im Kreis herum, die Menschen auf dem Münster­platz unten werden immer ameisiger und von Stufe zu Stufe spüren wir unsere Beine immer deutlicher. Die Kinder überholen uns locker! Der Blick von oben ist trotz trübem Wetter un­be­schreib­lich, bei schönem Wetter reicht er wohl bis zu den Alpen. Interessanterweise finde ich den Ab­stieg aufregender als den Aufstieg, ich stelle dabei fest, dass ich auch schon mal schwindel­freier war. Durch die teilweise tief liegenden Fens­ter­aus­sparungen zu schauen, kostet mich schon einige Überwindung. Beim Besuch des pracht­vollen Kirchenschiffs erfahren wir, dass es 513 Jahre gedauert hat, die gesamte Kirche zu bauen. Wie viele Generationen haben daran wohl gear­beitet?


Historisch trifft Modern
In unmittelbarer Nachbarschaft zum Münster steht das moderne Stadthaus Ulm. Wir staunen über den Kontrast, den beide Gebäude bilden und sind begeistert von dem vielfältigen Ange­bot an Ausstellungen, Konzerten und Kul­tur­events, die hier stattfinden. Auch die Tourist­information und ein Café-Restaurant mit den nötigen Örtlichkeiten finden sich hier. Ulms malerische Altstadt ist das Fischer- und Ger­ber­viertel. Hier fließt die Blau in die Donau und hier schlendern wir durch kleine Gassen, ent­decken lustige Geschäfte, in denen Mama gern noch ein bisschen länger verweilen würde, leckere Fischrestaurants und noch einen Welt­rekord: Das Schiefe Haus. Laut Guinness Buch der Rekorde ist es das schiefste Hotel der Welt. Das kleine Fachwerkhaus sieht wirklich ziem­lich wackelig aus. Auf dem Weg zurück kommen wir an der Synagoge vorbei. Der archi­tektonisch interessante Bau wurde erst 2012 eingeweiht. Leider haben wir keine Füh­rung gebucht, das müssen wir unbedingt nächstes Mal tun.
Überhaupt gibt es in der Stadt noch so vieles zu sehen und zu erleben. Zum Beispiel die Kunst­halle Weishaupt oder das Museum für Brot­kultur, das die Geschichte rund um unser Grund­nah­rungsmittel speziell auch für Familien präsen­tiert. Oder - noch ein Weltrekord - das Ul­mer Museum mit dem „Löwenmenschen“, die mit  40.000 Jahren älteste Tier-Mensch-Skulp­tur. Oder das andere Wahrzeichen Ulms, den Ul­mer Spatz! Ein großes Anliegen der Stadt ist die Bar­riere­freiheit. Es gibt Tipps vom Club der Kör­per­be­hinderten, Stadtpläne und einen Roll­stuhl­verleih. Eine Besonderheit ist die Füh­rung eines blinden Stadtführers und das sogenannte Hör­bild, eine CD für blinde und sehbehinderte Be­sucher.

von Christina Stefanou

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Foto: Ulm/Neu-Ulm Touristik GmbH/Rose Böttcher