Bergbahnen? In Stuttgart

Hoch auf Stutt­garts luftige Höhen. Damit es nicht allzu anstren­gend wird, benutzen wir natürlich die „Berg­bahnen".
Wir starten von der Haltestelle Südheimer Platz, die mit den Stadtbahnlinien U1 und U14 zu erreichen ist. Von hier laufen wir noch ein Stückchen stadtauswärts die Böblinger Straße ent­lang und erreichen schnell die Talstation der Seilbahn. Was für ein lustiges Gefährt!
Schick steht er da, der Seilbahnwagen mit seinem 20er Jahre-Charme. Bevor wir Platz nehmen, schauen wir uns staunend, durch ein dickes Schaufenster am Boden, das fette Seil an, an der die zwei historischen Teakholz-Wagen bergauf- und bergab gezogen werden. Wirklich genau wie bei einer Seilbahn, nur hängt hier das Seil eben nicht in der Luft. Auch innen ist das Bähnchen ganz entzückend mit den hübschen Holzsitzen, den Messing­be­schlägen und Emailleschildern. Wir stellen uns ganz nach vorne, direkt zum... Lenkrad? „Nein, das war die Notbremse,", lacht der freundliche Schaffner auf die Frage unserer Tochter, „bei einer Seilbahn muss man nicht lenken." Die beiden Wagen werden nach dem Ge­wichts­aus­gleichs­prinzip betrieben. Er drückt auf einen Knopf und schon geht es los. Der Rest geht automatisch. 85 Höhenmeter und fünf Minuten später sind wir oben, direkt bei der ‚Berg­station Waldfriedhof'. Daher übrigens der augenzwin­kern­de Spitzname der Stand­seil­bahn: der ‚Erb­schleicher­express'.

Gerade noch in der Stadt...

...sind wir jetzt mitten im Wald. Wir biegen, nach Blick auf die Wandertafel, links ab Richtung Dornhaldenfriedhof. Am Ende des Zufahrtswegs zum Friedhof fängt der Waldweg an. Dieser führt um den Friedhof herum und dann immer geradeaus. Beim schönen, anderthalbstündigen Spaziergang laufen wir vorbei an dicken Eichen, knorrigen Kiefern und kahlen Buchen – begleitet von frühlingshaftem Vogelgezwitscher. Sogar die erste Kröte auf Wanderschaft hüpft ein Stückchen neben uns her. Der Weg endet direkt in der Dorotheenstraße in Degerloch. Am nahen Spielplatz genießen wir Aussicht, Schaukel und Vesperbrote. Wir schlendern ein Stückchen weiter und biegen rechts auf einen kleinen Fußweg zur Fideliostraße ein. Von dort geht es links zur Alten Weinsteige mit der Zahnradbahn-Haltestelle Haigst. Auf dem Santiago de Chile-Platz nebenan suchen wir Liederhalle, Rathaus und Leonhardskirche auf der großen Tafel und staunen über den wunderbaren Blick auf unser Städtle.

Zicke, Zacke, Zicke, Zacke

Tatsächlich gibt es nur noch vier Zahnrad­bah­nen in Deutschland – und wir haben in Stuttgart eine davon. Unsere Zacke. Bringen die drei anderen Bahnen Besucher auf die Zugspitze, den Wendelstein oder den Drachen­fels, rattern wir jetzt damit runter in die Stadt. Ganz schön alt ist die große, gelbe Dame: 131 Jahre! Auf den letzten Metern in den ‚wilden Süden' überlegen wir schon fiebrig, wer welche Eissorte nimmt. Denn hier, an der End­halte­stelle Marienplatz, gibt es eine der besten Eisdielen der Stadt. Unsere Wahl: Karamell mit Salz, Joghurt und Walnuss. Das Kind trifft Freunde und verschwindet auf dem kleinen, urbanen Spielplatz. Wir genießen die letzten Sonnenstrahlen bei einen Cappuccino auf der Terrasse im Café nebenan. Ach Stuttgart... du bist einfach schön!

> mehr Infos zum Weg

> Malbuch und Bastelbögen zur Zacke zum download

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