Vom Schloss in den Stollen

Schloss Neuenbürg und das Bergwerk Frischglück

„Das kalte Herz", das berühmte Märchen des schwäbischen Dichters Wilhelm Hauff über den Kohlenbrenner Peter Munk aus dem Schwarzwald, bildet die Grundlage der medialen Märchen­inszenierung. Gleich nachdem wir den Eingang passiert haben, schickt uns eine Museumsmitarbeiterin in den ersten Raum: „Das Märchen beginnt!". Wie von Zauberhand schließt sich die Türe hinter uns, das Licht geht aus, und die erste Szene der Theaterinszenierung des Märchens „Das Kalte Herz" beginnt. Die Kinder finden die Dunkelheit, die plötzlichen Lichteffekte und die lauten Stimmen erst unheimlich, sind dann aber zusehens fasziniert von der schaurig-schönen Geschichte des armen Kohlenbrenners Peter Munk aus dem Schwarzwald, der durch einen finsteren Pakt zu Reichtum und Ansehen gelangt, aber dabei etwas ganz Wesentliches verliert. Wie in einem Theater sorgen Licht, Farbe, Musik und Klang für dramaturgische Effekte und wir sind mitten drin im Geschehen.
Nach dem sechsten Szenenraum – natürlich wird das Ende der Geschichte nicht verraten – landen wir in einem großen, mit schönen handgeschnitzten Schwarzwälder Holzfiguren, Spielsachen und Büchern ausgestatteten Spieleraum. Wir fläzen uns auf die Sitzsäcke und schmökern in den Märchenbüchern.
Die folgende Ausstellung über die Geschichte des Schlosses, der Stadt und der Region Nordschwarzwald interessiert die Kinder nicht so sehr, so dass wir relativ bald in das Schlossrestaurant weitergehen und uns dort mit Cappuccino und Eis stärken.

 

Schimmerndes Gestein unter Tage

Vom Schloss aus folgen wir dem Teichel­hangweg. Während der etwa 50 Minuten dauernden Wanderung zum Bergwerk, hat man fast immer einen schönen Blick auf die Stadt und die umliegenden Berge.
Nachdem wir das Eisenerzbergwerk erreicht haben, bekommen wir von unserer Führerin Helme und gelbe Umhänge ausgehändigt, die uns im Stollen schützen sollen. So ausgestattet wagen wir uns in die stille, feuchte und mit acht Grad nicht gerade warme Dunkelheit. Der Rundgang führt über die drei Sohlen. Dabei ist immer wieder Eisenerz zu sehen, das aus dem Gestein herausschimmert und an den Wänden haben sich wundersam schimmernde Überzüge gebildet. Die Führerin gibt zwischendurch Antworten auf - nicht nur für Kinder - spannende Fragen, wie zum Beispiel, warum ein Bäcker seine Christstollen im Berg lagert oder warum Schneewittchens Zwerge Zipfelmützen tragen. Nach dem Erklimmen zahlreicher enger Treppen erreichen wir nach 45 Minuten Führung wieder das Tageslicht und machen uns mit zufriedenen, schon etwas müden Kindern auf den Heimweg.

von Jennifer Josl

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Bergwerkkinder