Wo Kind und Hase sich gute Nacht sagen

Wozu in die Ferne schweifen? Unser Ausflug führt in das Haus des Waldes im Stadtteil Stuttgart-Degerloch. Das Umwelt­bil­dungszentrum, das 2014 sein 25-jähriges Jubiläum feierte, bietet tolle Mitmach-Ausstellungen und ein buntes Programm für Kinder aller Alters­stufen.

Nachdem wir an einem sonnigen Vorfrühlingstag von der Haltestelle Waldau am Sportpark entlang spaziert sind und in den Wald abbiegen, lassen wir innerhalb von Minuten die lebhafte Zivilisation hinter uns. Links und rechts von dem zu dieser Jahreszeit etwas matschigen Waldweg sind nur noch Bäume zu sehen, der Boden ist von Laub und Moos bedeckt, und es riecht nach Erde und Holz.

Kurz darauf entdecken unsere Kinder schon die ersten aus Waldhölzern gezimmerten Holzrahmen, hinter denen der Blick auf Blätter und Zweige fällt – Aber für so etwas nehmen sie sich heute keine Zeit, sondern flitzen schnurstracks zu dem Kletter- und Balancierparcours neben dem Haus des Waldes, den sie noch vom letzten Sommer kennen. Wieder balancieren und hangeln sie ausdauernd und mit viel Freude über allerlei Holzgeräte. Als die Hände allmählich richtig kalt werden, beschließen wir, den daneben angelegten Barfußpfad heute ausnahmsweise auszu­lassen und stürmen in das angenehm temperierte Ausstel­lungs­haus.

Was hat der Gartenstuhl mit Co² zu tun?

Drinnen erwartet uns die Dauer­ausstellung StadtWaldWelt mit ihren drei Themenbühnen. An diesem Sonntag sind wir nicht die ersten Besucher: Etliche Kinder unterschiedlichen Alters erkunden bereits lebhaft die Stationen. Toll, dass hier alles Erreichbare berührt und geklettert und getobt werden darf! Die Kinder lassen sich das nicht zweimal sagen und schwärmen aus.

Die ausgestopften Hasen und Füchse werden gestreichelt, und dann geht es zum Klettern auf die Stadtbühne, wo schon unsere Erstklässlerin sieht und liest, wofür wir im Haushalt alles Energie verbrauchen. An der sandkastenähnlichen Station tummeln sich Familien mit Kleinkindern, die das mithilfe von Pellets und Holzfiguren symbolisierte „Stuttgarter Klima" krabbelnd mit Händen und Füßen erkunden.

Nach einer Stärkung für die Eltern durch einen Cappuccino aus dem gegenüber gelegenen Weltcafé geht es weiter auf die Weltbühne, wo gleich ein Basketballkorb und Bälle, auf denen Symbole von Energiespargeräten gedruckt sind, ins Auge springen. Wer schafft es, die meisten Co²-Spar-Treffer zu landen? Zum Abschluss geht es in den ersten Stock, wo unsere beiden Schulkinder die Wanderausstellung „fair play" erkunden. Hier ist Team­work gefragt: Während ein Kind in die Pedale tritt und so Strom erzeugt, reist das andere am Computer virtuell durch die Welt und erkundet spielerisch das Thema Nachhaltigkeit. Kommentar: „Echt cool!".

Angegrillt ist!

Erst nach dem Einsatz einiger Über­redungs­künste gelingt es uns, die Kinder zum Gehen zu bewegen. In etwa 10 Minuten zu Fuß erreichen wir den Degerlocher Waldspielplatz. Die Kinder schwärmen aus, um die Schaukeln, Rutschen, die Seilbahn und die unzähligen Spielmöglichkeiten im Wald ringsherum zu erkunden.

Wir trotzen der noch relativ kalten Witterung und entzünden das mitgebrachte Brennholz an der Feuerstelle. Es ist das erste Grillen dieses Jahr, so dass die über dem Feuer gegrillten Würstchen mit Brot ganz besonders gut schmecken – auch wenn wir sie größtenteils im Stehen genießen, da die an warmen Tagen so einladenden Holztische und –bänke einfach noch zu kalt sind. Fest steht, dass wir im Sommer wiederkommen!

von  Jennifer Josl

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