Bücher helfen Kindern, die Welt zu entdecken. Um so wichtiger ist es, bereits beim Vorlesen zu einem guten Kinderbuch zu greifen. Doch was zeichnet ein gutes Kinderbuch tatsächlich aus? Wie kann es in unserer modernen Medienwelt gelingen, dass es junge Leser fesselt und sie es nicht mehr zur Seite legen wollen?

Fesselnde Lektüre

Wie wichtig Bücher für Kinder sind, wissen wir spätestens seit einer Studie der Stiftung Lesen, die zu folgenden Ergebnissen führte: Lesen vergrößert den Wortschatz, fördert Fantasie und Vorstellungsvermögen, macht empathisch und selbstbewusst. Außerdem ist es eine wichtige Grundlage für die Wissensvermittlung in allen Fächern der Schule. Von besonderer Bedeutung ist wohl schon das Vorlesen, denn es schafft Beziehung und ermöglicht das Gespräch zur behandelten Thematik.

Leider lassen moderne Medien, die oft ohne Lesekompetenz genutzt werden können, immer weniger junge Menschen zum Buch greifen. Doch egal welches Medium, selbst Hörbücher sind laut Petra Anders, Erziehungswissenschaftlerin und Professorin für Deutschdidaktik der Primärstufe an der Berliner Humboldt-Universität, „eine Ergänzung, aber kein Ersatz für das Vorlesen aus Büchern“.

Spannend und lustig

Viele Kinder möchten nicht mehr vorgelesen bekommen oder können sich dabei nicht ausreichend konzentrieren. Umso wichtiger ist es, dass Eltern ihnen gute Bücher anbieten, die in ihren Kindern die Lust am Lesen wecken.

„Wenn ich Kinder frage, was für sie ein gutes Kinderbuch ist, antworten sie meist, dass dieses spannend und lustig sein soll“, stellt Buchhändlerin Barbara Knieling fest. Die Inhaberin der Buchhandlung „Lieblingsbuch“ in Bietigheim-Bissingen, in der eine große Auswahl an Kinder- und Jugendbüchern angeboten wird, erklärt weiter: „Damit meinen die Kinder, dass die Handlung so spannend ist, dass sie unbedingt wissen wollen, wie sie weitergeht“. Und lustig sollen die Bücher sein, damit die Kids dabei entspannen können, denn „keiner will dauerhaft den Atem anhalten“, weiß Knieling.

Wissen und Themen

In ihrer Buchhandlung macht sie die Erfahrung, dass Kinder sehr offen für alle möglichen Themenbereiche sind: „Kinder sind von Natur aus wissbegierig und wollen die Welt verstehen. Wenn wir ihnen die Vielfalt an Lebensthemen und gesellschaftlichen Fragen anbieten, entdecken sie dabei immer auch neue Themen, die sie interessieren“, betont sie. Da Kinderbücher meist von Erwachsenen gekauft würden, sei mitunter aber viel Beratung durch die Buchhändlerinnen notwendig. Hilfreich sind hierbei eine ansprechende Covergestaltung und kindgerechte, aber gleichzeitig künstlerisch anspruchsvolle Illustrationen.

Serien und Helden

In vielen Kinderbüchern tauchen immer wieder die gleichen Protagonisten auf und die jungen Leser erleben jedes Mal ein neues Abenteuer mit ihren Serienhelden. Dabei können diese zu literarischen Freundinnen oder Freunden werden, denen sie in jedem Buch der Serie wieder begegnen.

Weil dadurch mehr gelesen wird, hält Knieling serielles Lesen für wichtig, da Kinder dabei ihre Lesegeläufigkeit trainierten. „Nur wer viel und regel mäßig liest, wird immer besser darin“, betont die erfahrene Buchhändlerin. Das sei beim Lesen eben so wie beim Sport. „Und wenn durch entspanntes Lesen ein Leseflow entsteht, bleibt vom Gelesenen am meisten hängen“, so Knieling. Solches Wissen könne dann leicht wieder abgerufen, eingeordnet und gegebenenfalls auch kritisch hinterfragt werden.