Schwanger Fahrrad fahren: Das sollten werdende Mütter wissen

01.07.2021

Je größer der Bauch, desto mehr Leichtigkeit wünschen sich Schwangere. Auch mit einem Baby kann Radeln praktisch sein.

Fahrradfahren gilt als gesund: Es macht fit und glücklich und ist ein gutes Antistressmittel. All das kommt einer Schwangeren entgegen.

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Allerdings wird von hochintensiven Belastungen abgeraten. Eine leichte sportliche Betätigung während der Schwangerschaft soll aber zahlreiche Vorteile haben: vor Schwangerschaftsdiabetes und Depressionen vor und nach der Entbindung schützen, so eine Studie der Sporthochschule Köln. Auch würden körperliche Komplikationen während der Schwangerschaft und der Geburt geringer ausfallen.

Radeln angenehmer als Laufen

Frauenärztin Dr. Kirsten Waidelich aus Stuttgart-Nord erklärt. „Prinzipiell dürfen Schwangere immer Fahrrad fahren, vorausgesetzt sie können es. Sonst ist die Sturzgefahr zu groß.“ Es sei gut, wenn Schwangere sich sportlich betätigen, es halte sie fit und sie sind an der frischen Luft. „Joggen, Rennen, all das geht nicht so gut während der Schwangerschaft, Radfahren – ganz gut, oft bis zum Schluss“, so Waidelich. Schwangere entlasten dadurch ihre Gelenke und den Beckenboden und empfinden das Radeln als angenehmer als Laufen.

Verzichten bei Komplikationen

„Wenn jedoch eine Schwangere eine Verkürzung des Gebärmutterhalses hat, die Plazenta vor dem inneren Muttermund sitzt, sie vorzeitige Wehen oder andere Komplikationen hat, sollte sie sich körperlich schonen und keinen Sport machen“, warnt Waidelich. Also müssten dann auch geübte Radlerinnen verzichten. „Die meisten Schwangeren spüren gut, was ihnen guttut und was nicht. Darauf würde ich hören und mich freuen, wenn in der Stadt mehr Schwangere und überhaupt mehr Leute Rad fahren. Idealerweise auf sicheren Radwegen“, sagt Waidelich.

Auf Sicherheit achten

Das Rad sollte allerdings dem Körper gut angepasst sein. Dabei sollen der Sitz und das Lenkrad einen möglichst aufrechten Sitz ermöglichen. Ein gepolsterter Sattel dämpft Stöße ab. Ein Fahrrad mit tiefem Einstieg erleichtert das Aufsteigen. Auch empfinden es Schwangere bequemer, wenn sie mit dem ganzen Fuß und nicht nur mit der Fußspitze beim Stand den Boden berühren, da durch den geänderten Körperschwerpunkt das Gleichgewichtsgefühl beeinflusst wird. Also Helm auf und mit mäßiger Geschwindigkeit voran. Bei winterlichen Verhältnissen gehören Spikereifen zur Pflichtausstattung, so der Allgemeine Deutsche Fahrradclub.

Mit Baby auf dem Rad

Babys sollen nicht in einem Tragegurt am Körper fixiert werden, da sie dort nicht ausreichend geschützt sind, warnen der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR), Hersteller und Fahrradclubs. Werden diese Warnungen nicht beachtet, könnten Eltern unter Umständen fahrlässiges Mitverschulden an den Unfallfolgen zur Last gelegt werden.

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Säuglinge dürfen in einer fixierten Babyschale in einem gefederten Anhänger langsam mitfahren. Unebenheiten sollten dabei möglichst vermieden werden. Die Schale bleibt so lange im Einsatz, bis das Kind sein Köpfchen eigenständig halten kann. Danach rät der DVR zum Tragen eines Helmes und zu einem Y-Gurt im Anhänger. In einem Fahrradsitz soll das Baby erst mit, wenn es richtig gut allein sitzen kann. Für die meisten Fahrradsitze ist ein Mindestalter von circa neun Monaten angegeben, viele Experten empfehlen dennoch, bis zum ersten Geburtstag zu warten und immer die Gewichtsgrenzen der unterschiedlichen Sitze zu beachten.