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Krankes Kind in Kita und Schule: Wann zuhause bleiben?

01.11.2025

Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf stellt Eltern täglich vor neue Heraus­forderungen. Besonders im Herbst und Winter geraten Eltern in Nöte, wenn die Kinder häufiger erkranken und die Betreuung des Kindes trotz voller Terminkalender und Präsenzpflicht bei der Arbeit kurzfristig sichergestellt werden muss. Oft bringen Eltern ihre erkrankten Kinder dann trotzdem in Kita und Schule oder lassen dem Nachwuchs nicht genügend Zeit, sich richtig auszukurieren.

Wenn erkrankte Kinder auch wirklich zuhause bleiben und sich ausreichend auskurieren, nützt das am Ende allen: das Ansteckungsrisiko unter den Kindern in Kita und Schule verringert sich, und auch die pädagogischen Fachkräfte fallen seltener aus, was zu einer verlässlicheren Betreuung führt.

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Ernsthaft krank oder nur ein Schnupfen?

Manchmal ist es allerdings für Eltern auch gar nicht so einfach, einschätzen zu können, wie ernst ihr Kind erkrankt ist. Aufgrund des Mangels an Kinder- und Jugendärzten ist es nicht immer leicht, kurzfristig einen Termin zu bekommen, um Symptome abklären zu lassen.

Natürlich müssen Kinder nicht bei jedem kleinen Schnupfen oder leichtem Husten zuhause bleiben. Wichtiger Anhaltspunkt ist immer der Allgemeinzustand des Kindes: Ist das Kind anders als sonst? Wirkt es abgeschlagen und schlapp, ist es besonders nähebedürftig und machen ihm Dinge, die ihm sonst Spaß machen, keinen Spaß? Trifft dies zu, benötigt das Kind unbedingt Erholzeit und Ruhe zuhause.

Auch nach einer überstandenen Krankheit, sollten Eltern darauf achten, dass das Kind wirklich wieder fit ist und keine äußeren Symptome mehr hat (wie beispielsweise einen Hautausschlag mit infektiösen Bläschen oder ähnlichem), bevor es wieder eine Gemeinschaftseinrichtung besucht.

Nicht wahrgenommene Vorsorgeuntersuchungen

Im Jahr 2025 haben allein in Stuttgart drei Kinderarztpraxen aus Altersgründen geschlossen - ohne Aussicht auf eine Praxisübernahme durch eine jüngere Kollegin bzw. einen jüngeren Kollegen. Für kommendes Jahr haben bereits zwei weitere Pädiater die Schließung ihrer Praxis angekündigt. Wer als Neupatient einen Kinder- und Jugendarzt sucht, muss oft sehr viel Geduld mitbringen. Umso erstaunlicher ist es, dass Eltern, die einen Kinderarzt haben, dies anscheinend oft nicht zu schätzen wissen.

Laut einer aktuellen Umfrage des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ), an der sich 1.500 Mitglieder beteiligten, werden immer mehr Termine unentschuldigt nicht wahrgenommen Dies führt teilweise zu einem erheblichen Leerlauf in den Praxen und ist vor allem Eltern gegenüber unfair, die verzweifelt nach einem Kinderarzt suchen. 75 Prozent der Kinder- und Jugendarztpraxen in Deutschland sehen sich bereits gezwungen, Neupatienten abzulehnen. Im Schnitt werden in Deutschland pro Quartal 77 terminierte Vorsorgeuntersuchungen nicht wahrgenommen, das entspricht einer Woche Sprechstundenzeit, die pro Quartal anderen Patientinnen und Patienten nicht zur Verfügung steht.

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Auch hier sollten sich Eltern ihrer Verantwortung bewusst sein und sowohl aus Fairness gegenüber den Ärztinnen und Ärzten und anderen Patientinnen und Patienten als auch aus Fürsorge und Vorsorge für das eigene Kind vereinbarte Termine unbedingt wahrnehmen oder rechtzeitig absagen, sodass andere kleine Patientinnen und Patienten die Chance auf Behandlung bekommen.