Ferienwaldheim Stuttgart: Sommerferien voller Natur, Spaß und Freundschaften

18.02.2026

In Stuttgart gibt es 31 Ferien­wald­heime. Sie bieten Kind­ern zwischen fünf und 14 Jahren eine abwechslungsreiche Zeit in der Natur. Was ist das Besondere an Waldheim­fe­rien? Für Robin Steinbrenner waren Wald­heim­ferien seit dem Grundschulalter fester Be­stand­teil der Sommerferien. Er ist dem Wald­heim bis heute als Betreuer treu geblieben.

Hallo Robin, wie hat dir das Waldheim als Kind gefallen?

Als Kind war es für mich toll, im Waldheim immer in Bewegung sein zu können und so viel Spaß mit anderen Kindern zu haben. Ich war von der ersten bis zur achten Klasse durchgehend jeden Sommer im Waldheim und es war immer ein cooles Gefühl, dabei zu sein.

War es für dich selbstverständlich, nach deinem 14. Lebensjahr als ehren­amtlicher Betreuer weiterzumachen?

Ja, ich wollte sehr gerne die positiven Erfahrungen, die ich mit dem Waldheim als Kind gemacht hatte, an Kinder weitergeben.

Was macht für dich das Waldheim so besonders?

Ich fand es schon immer toll, dass es aktive Ferien sind, dass man viel gemeinsam unternimmt und sich draußen aufhält. Außerdem wird es im Waldheim in den Ferien nicht langweilig, da man von 8.30 bis 18 Uhr im Waldheim ist. Ich habe hier auch Freunde fürs Leben gefunden. Wir haben uns jeden Sommer immer wieder im Waldheim getroffen, und daraus sind dann Freundschaften entstanden, die bis heute halten.
Als Betreuer gefällt mir die Arbeit mit den Kindern sehr. Wir haben gemeinsam eine coole Zeit. Abends, wenn die Kinder nicht mehr da sind, sitzen wir Betreuerinnen und Betreuer noch nett zusammen, spielen Spiele und lassen den Abend gemeinsam ausklingen. Das ist für mich die perfekte Kombination!

Weitere Infos:

Trägerverbände der Ferien­waldheime sind der Evangelische Kirchenkreis, die Katholischen Ferienwaldheime und die AWO Stuttgart. Die Anmeldung für das Waldheim findet direkt beim jeweiligen Träger statt. Infos, inklusive Angebote, Kon­taktdaten, Anmeldefristen und eine Übersicht über die Waldheime in den einzelnen Stadtteilen gibt es unter: waldheime-stuttgart.de

Historisches:

Die Stuttgarter Waldheime sind eng mit der Arbeiterbewegung verbunden. Bereits seit Anfang des 20. Jahrhunderts dienten Waldheime als Erholungs- und Veranstaltungsorte mit Gast­stät­tenbetrieb für die ganze Arbei­ter­familie.

Die ersten Waldheimferien fanden Anfang der 1920er- Jahre im Feuerbacher Tal und in Sillenbuch statt. Da die knappe Versorgungslage mit Nah­rungs­mitteln nach dem Ende des Ersten Weltkriegs Arbeiter­kinder besonders hart traf und die Wohnsituation oft prekär war, sollten Waldheimferien diesen Umständen wenigstens zeit­weise entgegenwirken und den Kindern zuverlässige Mahl­zeiten und Bewegung an der frischen Luft ermöglichen. Ziel der Waldheimferien ist es bis heute, Stadtkinder aus dem Kessel in die Natur zu holen und ihnen Bewegung, Frei­zeit­aktivitäten und Verpfle­gung zu bieten, während die Eltern arbeiten. Waldheim­ferien sind eine kosten­günstige Möglich­keit, die Ferienbe­treu­ung sicherzustellen. Mittler­weile kommen die Kinder aus sehr unterschiedlichen sozialen und wirtschaftlichen Verhältnissen.

Ist es für Kinder, die zum ers­ten Mal im Waldheim sind und noch niemanden kennen, schwie­rig, Anschluss zu finden?

Ich würde sagen, dass circa die Hälfte der Kinder, die zum ersten Mal beim Waldheim angemeldet werden, noch niemanden kennen. Gerade die ersten Tage werden daher zum spielerischen Kennenlernen genutzt, sodass sich jedes Kind möglichst schnell wohlfühlt.

© Ferienwaldheim Feuerbachertal

Ist Waldheim aus deiner Sicht auch für schüchterne Kinder geeignet?

Waldheim ist grundsätzlich für alle Kinder geeignet. Bewegungsfreudige und offene Kinder haben es bestimmt etwas leichter, sofort Anschluss zu finden. Aber auch schüchterne Kinder finden sich meist schnell zurecht, da wir Betreuerinnen und Betreuer zurückhaltende Kinder aktiv miteinbeziehen. Gerade für schüchterne Kinder bietet das Waldheim eine tolle Möglichkeit, offener zu werden.
Die Erfahrung mit den Kindern aus der Ukraine hat gezeigt, dass auch Sprachbarrieren kein Problem sind. Als zu Beginn des Angriffskriegs auf die Ukraine rund 50 Kinder ohne Sprachkenntnisse ins Waldheim kamen, konnten wir diese sehr gut integrieren und sie hatten eine tolle Zeit. Mittlerweile sprechen sie schon gut Deutsch, und einige von ihnen kommen weiterhin jedes Jahr ins Waldheim.

Hattest du dir überlegt, aufgrund deiner positiven Waldheimerfahrung einen pädagogischen Beruf zu ergreifen?

Ich studiere angewandte Mathematik, könnte mir aber vorstellen, später irgendwann einmal in den Lehrerberuf einzusteigen. Nach dem Studium möchte ich zunächst aber anderweitig Berufserfahrung sammeln. Viele meiner Betreuer-Kolleginnen und -Kollegen ergreifen aber tatsächlich aufgrund ihrer positiven Waldheimerfahrung pädagogische Berufe, wie zum Beispiel Erzieherin/Erzieher oder Sozialpädagogin/-pädagoge.

Zur Person:

Robin Steinbrenner besuchte bereits als Kind von der ersten bis zur achten Klasse jedes Jahr das Waldheim. Seit seinem 15. Lebensjahr ist er ehren­amtl­icher Betreuer im Evan­­geli­schen Wald­heim in Möh­ringen.