Einmal rundherum

Der Bodensee bietet fast alles – Badespaß, Naturerlebnisse, Abenteuer, Kultur und nicht zuletzt die Vielfalt von drei Ländern, die an den See grenzen. Vom Untersee und dem Überlinger See geht es an den Obersee. Wir geben Tipps für verschiedene Regionen.

Tipp
Wer mehrere Tage am Bodensee bleibt, kann die Vorteile der Bodensee Card Plus nutzen, die es für drei und für sieben Tage gibt und einmaligen und freien Eintritt bei über 160 Attraktionen rund um den See bietet: www.bodensee.eu/de/bcp

© Luftballon KI generiert

Tipps für den Untersee

Halbinsel Höri

Der Untersee ist der kleinere Teil des Bodensee. Er liegt westlich zwischen Deutschland und der Schweiz. Von Radolfzell kommt man über eine Allee auf die Höri, eine malerische, noch recht ruhige Halbinsel. Dort ist in Horn ein schönes Strandbad mit ausladenden Bäumen, die viel Schatten spenden.

Badestelle Gundholzen auf der Höri

Außerdem gibt es im Bad einen Minigolfplatz, ein Volleyballfeld und einen kleinen Spielplatz. Am benachbarten Bootssteg liegen Boote zum Ausleihen, neben Motorbooten gibt es auch Tretboote, die eine kleine Rutsche haben. Literaturfans können in Gaienhofen einen Abstecher ins Hermann Hesse-Museum machen.

Am Ende der Halbinsel liegt die Schweizer Grenze, wo der Rhein aus dem See herausfließt. Hier ist auch die Strömung des Flusses spürbar und mit Schlauchbooten, Schwimmreifen oder -nudeln kann man sich von der Rheinbrücke in Stein ein Stück den Fluss entlang treiben lassen.

Stein am Rhein mit Liliputbahn

Stein am Rhein

In Fließrichtung, rechts am Ufer, laden Liegewiesen zum Pausieren ein, teilweise mit Kiosk oder Café. Am Ortsende vom mittelalterlichen Stein am Rhein startet die Steiner Liliputbahn, mit einem Zug der Rätischen Bahn und Wagen aus den zwanziger Jahren. Die Lok wird mit Kohlen befeuert und faucht und raucht. Gleich mehrere Grillstellen gibt es bei der Burgruine Hohenklingen. Von hier hat man einen guten Blick auf Stein. Entlang der Schweizer Seite des Untersees kommt man nach Konstanz – beispielsweise mit dem Rad, der Bahn oder auch mit den Kursschiffen, die durch den engen Seerhein fahren.

steinerliliputbahn.ch

Abstecher: Velo-safari durch Thurgau

Ein Abenteuer, bei dem man Muskelkraft braucht, ist die zweitägige Velo-Safari, die man über Thurgau Tourismus buchen kann und die im schweizerischen Mammern startet. Mit dem E-Fahrrad-Camper, für ein Elternteil mit Kind, geht es auf einer rund 40 Kilometer langen Rundtour durch den Thurgau. In den Fahrradanhänger passt alles, was man für die Zweitagestour und eine gemütliche Übernachtung braucht – bequeme Matratzen, kuschelige Decken, Klapphocker und Geschirr fürs Picknick. Die Übernachtung findet auf der Wiese eines Bauernhofs statt, der auch sanitäre Anlagen und Frühstück bietet.

velosafari.ch

Wildpark Allensbach

Auch über die deutsche Seite und zwar über Radolfzell, mit dem höchsten Kirchturm am See, von dem man einen tollen Ausblick hat, kommt man nach Konstanz. Vorher lohnt sich ein Abstecher zum Wild- und Freizeitpark Allensbach. Neben Wildtieren wie Bären und Wölfen gibt es eine Falkner Vorführung sowie große Trampoline und viele weitere Spielgeräte für Spaß und Bewegung.

wildundfreizeitpark.de

Insel Reichenau

Kurz vor der quirligen Universitätsstadt Konstanz liegt die Insel Reichenau, die zum UNESCO Welterbe zählt und auf die eine lange Pappelallee führt. Über die Website familienferien-freiburg.de können Familien mit Seeblick und direkt am Strand Urlaub machen.

Die Insel lässt sich mit dem Rad gut erkunden: Hinauf auf die der höchste Erhebung zum Künstler Café Hochwart, von wo der Rundumblick auf die Weinreben, das Schweizer Ufer und bis nach Konstanz reicht. Am Hafen Reichenau startet die Solarfähre, die mit Sonnenergie ins gegenüberliegende schweizerische Mannenbach fährt.

reichenau-tourismus.de

NABu-Bodenseezentrum

Vor Konstanz liegt auch das NABU-Bodenseezentrum mit einer Ausstellung über die Natur am See und Möglichkeiten für Führungen, auch für Familien. Das angrenzende Wollmatinger Ried ist das größte Naturschutzgebiet am deutschen Bodenseeufer mit fast 300 Vogelarten.

nabu-bodenseezentrum.de

Konstanz oder Kreuzlingen

In Konstanz ist das Seebad „Hörnle“ beliebt, das großzügige Liegeflächen und kostenlosen Eintritt bietet. Auch das Aquarium „Sealife“ lohnt einen Familienbesuch.

Kreuzlingen ist die benachbarte Grenzstadt auf der Schweizer Seite und hat mit dem Seeuferpark eine kostenlose Attraktion für Familien – mit Tierpark, Barfußpfad, Abenteuerspielplatz, Mini- und Disc-Golf.

Tipps für den Überlinger See

Insel Mainau

Nur ein paar Kilometer sind es von Konstanz auf die Blumeninsel Mainau, wohin auch Schiffe fahren. Das Schmetterlingshaus erinnert an eine tropische Welt voller bunter Falter und blühender Pflanzen. Ein dichter Vorhang an den Zugängen des Gewächshauses verhindert, dass die Falter ins Freie gelangen. Wer ihn passiert, findet sich in einem kleinen Paradies wieder. Im zweitgrößten Schmetterlingshaus Deutschlands, das seit 30 Jahren auf der Insel steht, leben verteilt über die Saison mehr als 1.000 Falter. Für Kinder bis zu 12 Jahren ist der Eintritt auf die Insel frei, die auch einen tollen Wasserspielplatz hat.

mainau.de

Meersburg und Salem

Von Konstanz kann man mit der Fähre nach Meersburg am Überlinger See übersetzen und dort durch die schöne Altstadt bummeln. Ganz in der Nähe vom historischen Meersburg mit der beeindruckenden Burg liegt Salem. Hier lohnt sich ein Besuch des Schlosses, das auch ein Feuerwehrmuseum hat.

Der Affenberg Salem feiert in diesem Jahr 50. Jubiläum. Gemeinsam mit seinen drei Partnerparks ist es der weltweit größte und bedeutendste Reservebestand von den auf der Roten Liste stehenden Berberaffen, die man hier fast hautnah erleben kann.

salem.de, affenberg-salem.de

Marienschlucht auf dem Bodmansattel

In Ludwigshafen fahren Schiffe zum Anleger der Marienschlucht. Beeindruckende Felsformationen und weite Ausblicke bietet die Wanderung durch die Schlucht, die Ende März nach elf Jahren wieder eröffnet hat. In rund zehn Metern Höhe verläuft der neue Panoramasteg. Wuchtig windet dieser entlang der steil abfallenden Felsen.

Abstecher: Löwenhof mit Jurte

In 20 Minuten kann man mit dem Auto von Bodman zum Löwenhof fahren, der im Hinterland des Bodensees idyllisch in Wald-Ruhestetten liegt. Hier steht eine Jurte im Garten von Annette Simon, die neben Ergotherapie auch therapeutisches Reiten für Kinder und Erwachsene anbietet. Durch ein offenes Dach sieht man nachts den Sternenhimmel. Morgens lädt die Holzterrasse vor der Jurte zum Frühstücken ein, das man sich in der gut ausgestatteten Outdoor Küche selbst zubereiten kann. Zwei Holzbetten bieten Platz für eine Familienübernachtung der ganz besonderen Art.

löwenhof-anders-leben.de

Bodenseewasserversorgung

Am Überlinger See befindet sich bei Sipplingen die Bodensee Wasserversorgung, von der Stuttgart die Hälfte seines Trinkwassers bezieht. In den Sommerferien werden Füh­rungen für Kinder angeboten.

bodensee-wasserversorgung.de

Pfahlbaumuseum

Zwischen Überlingen, das wie Konstanz und Meersburg auch eine Therme hat, liegt Unteruhldingen mit den Pfahlbauten, die das älteste archäologisches Freilichtmuseum Deutschlands sind. Hier startet eine Zeitreise in eine über 10.000 Jahre alte Geschichte. Die begehbaren, nachgebauten Steganlagen sind Teil des internationalen UNESCO-Welterbes „Prähistorische Pfahlbauten um die Alpen“.

pfahlbauten.de

Tipps für den Obersee

Friedrichshafen und Lindau

Am Obersee an der Ostseite liegt Friedrichshafen mit seiner Museumslandschaft: das Zeppelin-, das Dornier Museeum sowie das Schul- und das Feuer­wehrmuseum sind immer einen Ausflug wert. Kostenlos ist der Aufstieg auf den über 20 Meter hohen Moleturm am Hafen mit Blick über den See. Über Lindau mit der schönen Altstadt, die auf einer Halbinsel liegt, geht es weiter ins österreichische Bregenz.

Bregenz und Pfänder

Nostalgisch ist ein Besuch in der „Mili“ in Bregenz, der ältesten Badeanstalt am Bodensee, ein Freibad auf Holzstelzen. Ursprünglich diente es zur Ausbildung der Rekruten. Heute gleitet man mit dem SUP übers Wasser oder balanciert auf der Slackline über den See.

Auch ein Besuch auf dem Pfänder, dem Hausberg, lohnt sich. Gleich an der Bergstation auf rund 1.000 Metern ist die Rheintalterrasse – mit Blick auf das Grenzgebiet des alten und neuen Rheins, den majestätischen Berggipfeln der Schweiz, Liechtensteins und des Vorarlbergs. Im Alpenwildpark gibt es Kleintiere wie Hasen und Zwergziegen, aber auch Steinböcke, Wildschweine, Mufflons, Hirsche und Murmeltiere.

Abstecher: Canyoning im Hinterland

Im Bregenzer Hinterland werden geführte Canyoning Touren angeboten. Nach einer Einweisung steigt man in Neoprenanzüge und Helm in die Bregenzerach – im Gänsemarsch wandert man durchs 15 Grad kalte Wasser – durch Wasserfälle, über Steinrutschen und im freien Fall. In Richtung Schweiz liegt der FKK-Strand Hard im Rheindelta - wo der Rhein in den Bodensee fließt. Das artenreiche Naturschutzgebiet ist auch das größte Süßwasserdelta Europas. Hier kann man radeln und wandern, vorbei an Buchten, Halbinseln und durch Feuchtgebiete mit tausenden Vögeln und seltenen Pflanzen.

canyoning-team.com

Rorschach und Romanshorn

Auf dem Weg, der nun weiter durch die Schweiz und zurück nach Konstanz führt, liegt Rorschach mit dem Kunstforum Würth, das kostenlose Ausstellungen bietet.

wuerth-haus-rorschach.ch

Außerdem kann man in Teufen bei Rorschach die Schaugärten von A. Vogel, dem bekannten Schweizer Naturheiler und Verfasser vom „Kleinen Doktor“, besuchen.

Über Arbon kommt man nach Romanshorn. In der „Autobau“, einer Ausstellung in einer ehemaligen Schnapsbrennerei, werden Sportwagen und Rennautos erlebbar.

Für Eisenbahnfreunde bietet die „Locorama“ im historischen Bahnhof mit schön restaurierten Loks und einem Fahrsimulator eine Erlebniswelt für Groß und Klein.

Auch am Schweizer Ufer gibt es in jedem Ort ein Strandbad, bevor es bei Kreuzlingen wieder nach Deutschland und direkt nach Konstanz geht.