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Adipositas bei Kindern und Jugendlichen: Ursachen, Folgen und Unterstützung

24.09.2026

Adipositas ist eine chronische Erkrankung, bei der sich übermäßig viel Körperfett ansammelt. Auch Kinder und Jugendliche sind hiervon betroffen. Zu viel Essen und zu wenig Bewegung sind nicht alleinige Ursache. Oft spielen auch Faktoren wie Veranlagung, Gewohnheiten und das soziale Umfeld eine Rolle. Gezielte Beratung kann helfen, aus dem Kreislauf herauszukommen und das Gewicht dauerhaft zu reduzieren.

Einige Kilos zu viel auf der Waage sind keine Seltenheit. Übergewicht oder starkes Übergewicht - Adipositas genannt - sind in Deutschland weit verbreitet. Insgesamt sind in Deutschland rund 15 Prozent der Kinder und Jugendlichen im Alter von drei bis 17 Jahren übergewichtig, sechs Prozent adipös.

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Übertragen auf Stuttgart bedeutet dies, dass allein in der Landeshauptstadt schätzungsweise 14.000 Kinder und Jugendliche übergewichtig beziehungsweise adipös sind. Neben Ausgrenzungs- und Mobbingerfahrungen, die Kinder und Jugendliche mit Übergewicht häufig machen, kommt auch die Frage nach Teilhabe und die Sorge um die Gesundheit dazu. Gerade bei Kindern  und Jugendlichen stellt das Übergewicht ein zentrales Gesundheitsproblem dar. „Bereits im Kindes- und Jugendalter kann Übergewicht das Risiko für körperliche und psychische Erkrankungen erhöhen“, erklärt Adelheid Heitz von der Adipositas Beratungsstelle des Gesundheitsamtes der Stadt Stuttgart.

Ab wann ist ein Kind adipös?

Die Arbeitsgemeinschaft für Adipositas im Kindes- und Jugendalter empfiehlt bei Kindern wie bei Er­wachsenen den so genannten Body Mass Index (BMI) zur Beurteilung des Körpergewichts heran­zu­ziehen. Der BMI gibt das Verhältnis zwischen Gewicht (in kg) und Körperoberfläche (in m²) wieder. Bei Erwachsenen gilt ein BMI ab 30 als Einstufung adipös.

Bei Jüngeren ist die Einteilung wesentlich schwieriger. Deshalb wurde der BMI alters- und geschlechts­-
­spezifisch aus den Körper­größen- und Körper­ge­wichts­daten von 17.147 Jungen und 17.275 Mädchen im Altersbe­reich von 0-18 Jahren erhoben. Auf dieser Grund­lage wurden Perzentilenkurven erstellt. Als Hin­weis für Übergewicht gilt ein BMI, wenn die alters- und geschlechtsspezifische 90%-Marke über­schritten wird. Von Adipositas spricht man, wenn der BMI oberhalb der 97%-Marke liegt.

Gesamtsituation der Familie betrachten

Viele Betroffene bekommen das Übergewicht mit seinen Folgen nicht selber in den Griff und benötigen Hilfe. Die erste Anlaufstelle ist für Kinder und Jugendliche immer der niedergelassene Kinderarzt. Eine weitere Möglichkeit stellt die Beratungsstelle für Übergewicht und Adipositas der Stadt Stuttgart dar, die im Rahmen des Stuttgarter Stufenmodells zu Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen im September 2018 im Gesundheitsamt Stuttgart eingerichtet wurde.

Das Problem der Erkrankung liegt meist nicht nur bei den Betroffenen selbst, sondern resultiert häufig aus der Familiensituation. „In unserer Beratung wird von den Sozialpädagoginnen mit systemischer Zusatzqualifikation zunächst die Gesamtsituation der Familie erfasst“, sagt Heitz. Essgewohnheiten, Einkaufsverhalten und Bewegungsmuster spielen genauso eine Rolle, wie übermäßiger Konsum von Süßigkeiten und Fast-Food, genetische Veranlagungen, zu wenig Schlaf oder psychische Belastungen.

Unter Einbeziehung der Erfahrungen, Wünsche und Erwartungen des Kindes und seiner Eltern wird in der Beratung überlegt, was verändert werden kann. Dazu werden auch Größe, Gewicht, das Ernährungs- und Bewegungsverhalten, die psychosozialen Rahmenbedingungen, die bisher durchgeführten Therapiemaßnahmen, die Motivation und der Unterstützungsbedarf strukturiert und systematisch erhoben.

Vermittlung und Begleitung bei verschiedenen Therapieangeboten

„Daraus erfolgt dann ein gemeinsam mit der Familie formuliertes, individuelles und realistisches Therapieziel“, erläutert Heitz. Wenn gewünscht, wird ein Therapieplan erstellt, der in die Behandlungskette eingebunden wird.

Die Adipositasberatungsstelle arbeitet in Kooperation mit den Stuttgarter Kinder- und Jugendarztpraxen, dem Olgahospital des Klinikum Stuttgart, den Beratungszentren der Stadt Stuttgart, Schulen und Kitas, verschiedenen Beratungsstellen im Bereich von Sucht, Medien, dem Mädchengesundheitsladen und Jungen im Blick. Der besondere Vorteil ist, dass dadurch bei speziellen Therapieangeboten eine Vermittlung und/oder Begleitung stattfinden kann.

Beratungsstellen bei Übergewicht und Adipositas: