Am meisten gefällt mir alles

Letztes Jahr war ich mit unserem Sohn Daniel auf hoher See, Urlaub machen auf der AIDA.
Der ernsthafte Hintergrund dieser Vater-Sohn-Erlebnisreise ist die Tatsache, dass Daniel zwar fleißig arbeitet, sein eigenes Geld verdient, aber alleine nicht Urlaub machen kann. Das packt er nicht. Und es gibt weit und breit keinen Freund, der bereit wäre, mit ihm ein solches Abenteuer einzugehen. Mit 21 Jahren will er, was alle in diesem Alter wollen - chillen, Party machen und eine Freundin haben. Aber er will keine Behinderte, soweit sein Wunsch. Ihm klar zu machen, dass dies nicht funktionieren wird, kostet uns Eltern manchmal den allerletzten Nerv. Dann sitzt er da im tiefen Tal der Tränen, benötigt Streicheleinheiten en masse und gibt dann eine halbe Stunde später schon wieder freudestrahlend den Hans-Dampf-in-allen-Gassen. So sind sie, die Down-Syndrom-Kinder.
Und so auch auf der Kreuzfahrt. Getrieben von unbändiger Neugier wollte Daniel alles sehen, alles mitmachen, überall dabei sein - innerhalb von zwei Tagen kannte uns das halbe Schiff. Immer Vollgas, ohne Berührungsängste. Als Daniel beim Abendessen zum Steak Kräuterbutter wollte und diese nirgendwo sah, fragte er kurzerhand die englischsprechende Küchencrew „Do you have Kräuterbutter? Und tatsächlich, er bekam welche. Zufrieden setzte er sich zu mir an den Tisch und meinte schelmisch grinsend „Siehst du Papa, das ist halt der Vorteil, wenn man Englisch kann". Sein Selbstbewusstsein ist manchmal grenzenlos, genauso aber seine Sehnsucht nach einer festen Freundin. Bin mal gespannt, welche Geschichten da noch auf uns zu kommen.

Daniel entspannt