Wo Kinder sich noch dreckig machen dürfen…

Es ist ein schöner Frühlingstag in den Osterferien, die Farm erstreckt sich weitläufig zu unseren Füßen und die Luft ist erfüllt von lautem Hämmern, Kinderlärm, dem Wiehern von Pferden und dem Knacken von Holz.

Auf der Farm angekommen, schauen sich meine Kinder fasziniert um – Die Ponys werden gerade geputzt, ein Lagerfeuer brennt und in der Werkstatt wird eifrig gesägt und gehämmert. Man weiß gar nicht, wohin man zuerst laufen soll! Gerade läuft das Ferienprogramm und Mitarbeiter Daniel Breinich nimmt sich Zeit, um uns den Farmbetrieb zu erklären. „Unsere Ferienbetreuung ist besonders beliebt und daher auch immer schnell ausgebucht“, erklärt der Sozialpädagoge. Die Kinder können sich hier wochenweise anmelden, bleiben von 10 bis 17 Uhr auf der Jugendfarm, bekommen ein selbst gemachtes Mittagessen und profitieren zusätzlich zum Tierprogramm, der Werkstatt und der Bastelgarage von diversen Zusatzangeboten.

Kontakt mit Tier und Natur
Doch auch im Alltagsbetrieb strömen Kinder aller sozialen Schichten aus den umliegenden Bezirken auf die Farm. Natürlich gibt es ein paar Regeln, die alle einhalten müssen (zum Beispiel „wir nehmen aufeinander Rücksicht“), aber ansonsten dürfen die Kinder hier einfach frei spielen und selbst entscheiden, auf was sie Lust haben. Da gibt es den Pony- und Eselbereich für Kinder ab sechs Jahren, der besonders bei den Mädchen sehr beliebt ist. An zwei Samstagen im Monat steht Ponyreiten für alle auf dem Programm, auch für die Kleinen unter sechs Jahren. In der Bastelgarage werden wechselnde Themen angeboten, wie zum Beispiel Filzen, Armbänder gestalten oder Basteln mit Stroh. Besonders die Jungs halten sich gerne im Werkstattbereich auf, hier dürfen sie im Beisein einer pädagogischen Fachkraft nach Lust und Laune sägen, hämmern oder streichen. Außerdem gibt es eine Spielbaustelle, das Kleintierhaus mit seinen Schweinen, Ziegen und Schafen sowie ein Tobelager mit Kletterwand. 

Erziehung zur Selbständigkeit und Verantwortung
„An den Stationen ist immer eine Fachkraft im Hintergrund, falls es Fragen oder Probleme gibt“, erklärt Daniel Breinich. „Dennoch wollen wir die Kinder zur Selbständigkeit erziehen. Es gibt zum Beispiel eine Feuerprüfung oder auch eine Nagelprüfung – so sollen die Kinder den sicheren Umgang mit Feuer und Werkzeug lernen.“ Auch bei den Tieren heißt es, Verantwortung zu übernehmen, dazu gehört auch das Saubermachen und Ausmisten. Und wenn es mal Konflikte gibt, werden diese nach einem Stufenplan geklärt – und erst, wenn die Kinder unter sich keine Lösung finden, ein Erwachsener dazugerufen.  
Die Jugendfarm wird derzeit von einem Team mit drei sozialpädagogischen Fachkräften sowie zwei bis drei Praktikanten betreut. Kinder ab sechs Jahren dürfen sich hier völlig frei bewegen, kleinere Kinder sind in Begleitung eines Erwachsenen herzlich willkommen. „Viele Kinder haben heute so einen vollen Alltag und gar keinen Zugang mehr zur Natur“, stellt der Sozialpädagoge fest. „Ich finde es toll, dass Kinder hier eine große Freiheit genießen und sich mit ihren Talenten selbst entdecken können und dabei gleichzeitig Luft, Natur und Tiere um sich haben.“

Öffnungs­zeiten: Di - Fr 14–18 Uhr, Sa 10-18 Uhr

von Irene von Aderkas

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Jufa Esslingen

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