Chillen im Heu

Auf dem zwischen den Stuttgarter Stadtteilen Neugereut, Steinhalden­feld und Hofen gelegenen Abenteuer­spielplatz (Abi) treffen sich Kinder aus der Umgebung, um miteinander zu spielen und Spaß zu haben. Gleichzeitig lernen sie aber auch Verantwortung zu übernehmen für die dort lebenden Tiere, für das Gelände mit seinen zahlreichen Beschäftigungsmöglichkeiten und natürlich für die anderen Kinder, denen sie dort begegnen.

Voller Vorfreude betrete ich den am Ortsrand von Hofen gelegenen Spielplatz, der seit Anfang des Jahres von Mitarbeitern der Jugendhaus­gesellschaft Stuttgart betrieben wird. Dass hier Profis am Werk sind, spüre ich schon, als ich meinen Blick über das Gelände wandern lasse.

Auch für die Kleinsten

Gleich am Eingang fallen mir die vielen und für einen Abenteuerspielplatz untypischen Kinderwagen für Klein­kinder auf. Die dazugehörigen Mütter sitzen um den Sandkastenbereich herum und scheinen sich bestens zu unterhalten, während ihre Kinder Sandkuchen backen. Erst später erfahre ich: heute ist „Kleinkindtag“. „Das Angebot für Kinder im Alter von null bis fünf Jahre wird sehr gut angenommen“, erklärt Udo Fuchs, einer der Macher im „Neu-Stein-Hofen“. Immer Dienstags dürfen die Kleinsten auf dem Abenteuerspielplatz etwas basteln oder werken und haben danach noch die Möglichkeit, auf einem der Ponys zu reiten, während ihre Eltern sich bei einer Tasse Kaffee austauschen.

Tierisches Paradies

Die zwei Ponys, die artgerecht im Offenstall gehalten werden, sind natürlich auch für die älteren Kinder eine besondere Attraktion, die viele Besucher auf das Gelände lockt. „Die Tierhaltung ist nur möglich durch die engagierte Mitarbeit vieler Ehrenamtlicher, die regelmäßig kommen und selbst am Sonntag nach den Tieren schauen“, betont Martina Sieber, die sich besonders mit den auf dem Abi lebenden Tieren beschäftigt und den Kindern einen respektvollen Umgang mit diesen vermittelt.  Außer den Ponys gibt es nämlich auch Schafe, die sich im Gelände meist frei bewegen dürfen, und zwei Katzen.

Bauen und Anbauen

Aber auch sonst gibt es auf dem Abi Neu-Stein-Hofen für Kinder ab sechs Jahren vieles zu entdecken:  Hüttenbauer haben ein richtiges kleines Dorf auf dem Gelände gebaut, das natürlich auch bespielt werden kann. Wer Interesse am Gartenbau hat, kann unter Anleitung die Beete bearbeiten und sehen, wie aus den Samen essbares Gemüse wird. „Wir hacken, säen, gießen, pflegen, ernten und kochen“, schwärmt Udo Fuchs, der zusätzlich zu seiner pädagogischen Ausbildung gelernter Koch ist.  So bekommen gerade Stadtkinder, die ihre Lebensmittel nur aus den Regalen beim Discounter holen, einen ganz anderen Bezug zur eigenen Ernährung.

Toben und Chillen

Auch das „Tobehaus“ scheint sehr beliebt zu sein, bemerke ich bei meinem Rundgang durch das Gelände. Hier können die Kinder selbst bei schlechtem Wetter toben bis zum Umfallen. Wer lieber was zum Chillen sucht, bekommt einen Schlüssel für das Häuschen, in dem das Heu für die Ponys untergebracht ist. Das Heulager ist der ideale Ort für eine kurze Auszeit.

Aktuelle Angebote

Über die täglich möglichen Aktivi­täten hinaus werden auf dem Aben­teuer­spielplatz auch spezielle Kurse angeboten: Vom Bogen schnitzen und –schießen über Pferdemassage bis hin zu Experimentiertagen und Koch- oder Backaktionen wird hier jeden Monat ein neues, abwechslungsreiches Programm zusammengestellt. Vormerken werde ich mir auf jeden Fall auch das Kürbisfest, bei dem sich jedes Jahr im Oktober einen Tag lang alles um die herbstliche Melonenfrucht dreht.


Geöffnet von Dienstag bis Freitag 13 bis 18 Uhr, Samstag 11 bis 17 Uhr, während der Ferien von Montag bis Freitag 10 bis 17 Uhr.
Für Kinder von 6 bis 14 J.,
Kleinkindtag von 0 bis 5 J. immer dienstags.

von Cristina Rieck

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