All überall auf den Tannenspitzen….

Herrlich, so ein Tag an der frischen Luft und – wir haben Glück! Über Nacht hat es im Schwäbischen Wald geschneit, so dass es an diesem Morgen zwar saukalt ist, aber die Landschaft rund um den Ebnisee, dem Treffpunkt zur Wanderung, wie verzaubert aussieht. Wir haben uns dick eingemummelt, die warmen Winterschuhe angezogen und uns mit zwei Thermoskannen mit heißem Tee von Stuttgart aus auf den Weg gemacht. Lebrecht Geng, der diese Tour leitet, begrüßt uns am Treffpunkt und fragt gleich nach, wie viel geräucherte Forellen wir am Schluss der Wanderung haben wollen. Der Betreiber der Tannenschonung, dem Ziel der Wanderung, räuchert nämlich zusätzlich Forellen, die er vor Ort zum Verkauf anbietet – wie wir später feststellen werden, ein unvergleichlicher Genuss.

Forelle - ja oder nein?

Nachdem alle Teilnehmer eingetroffen sind, geht es mit den Autos  noch etwa 15 Minuten zum Ausgangspunkt der Wanderung nach Cronhütte, einem Teilort von Kaiserbach. Geparkt wird am Ende des Weilers am Teich, der heute zugefroren ist. Die bunte Gruppe von etwa 20 Personen macht sich von dort auf den Weg durch den Ort. Schnell lassen wir die letzten Häuser hinter uns und gehen auf der kaum befahrenen Straße entlang durch den Wald. Es geht leicht bergab in moderatem Tempo. Nebenbei erzählt Geng etwas zur Landschaft und der Wegstrecke, die vor uns liegt. Etwa acht Kilometer lang ist die Tour und neben einer Mühle und einer wilden Klinge werden wir entlang des Mosbaches eine ganz unberührte Landschaft bestaunen. Immer wieder müssen wir unsere Hände in den Schnee strecken, ist es doch der erste des Jahres! Ein paar Familien haben sogar an einen Schlitten gedacht, auf dem die Kinder hinterhergezogen werden.

Zwischendurch gibt es immer wieder einen kurzen Halt, um auf die Nachzügler zu warten. Ein kurze Rast im Stehen zum Aufwärmen (gut, dass wir den Tee dabei haben) und eine kurze Brotzeit stärken uns für den Weitermarsch. Nachdem wir den Naturweg entlang des Mosbachs verlassen haben, geht es wieder auf eine Landstraße, die uns Richtung Ebersberg führt. Dort angekommen, kündigt unser Wanderführer einen kurzen Abstecher zur „Hägelesklinge“ an,  laut Geng eine der sehenswertesten des Welzheimer Waldes. Ganz schön steil geht es durch den engen Taleinschnitt nach unten und aufgrund der Witterung ist es ziemlich rutschig. Daher dürfen und wollen auch nicht alle mit. Die Klinge, die nach dem Deserteur Hägele benannt ist, der sich dort 1806 vor den Gendarmen versteckte, ist allerdings sehr beeindruckend und wer kann, sollte auf alle Fälle einmal zu einer anderen Jahreszeit wiederkommen.

Emsige Tannenbaumsuche

Nachdem die Gruppe wieder beisammen ist, geht es noch einmal eine kurze Wegstrecke durch den Wald direkt auf die Tannenbaumschonung zu, die ganz in der Nähe des Aus­gangs­­punktes unserer Wanderung liegt. Gleich am Eingang empfängt uns ein kleiner Holzunterstand mit Miniräucherofen und grob gezimmerten Bänken. Glühwein und Punsch wird ausgeschenkt, ein Junge grillt Würstchen auf dem Holzfeuer. Es ist ordentlich Betrieb auf der Schonung und von überall hört man Rufe „Wie findest du den?“, was auf ein emsiges Tannenbaumsuchen schließen lässt. Auch wir machen uns sofort  auf den Weg, schütteln Schnee von den Bäumen, markieren einen Baum mit dem Schal, den nächsten mit der Mütze, um dann schließlich doch an anderer Stelle fündig zu werden.  Stolz und glücklich tragen wir „unseren“ Baum zum Einnetzen. Die Kinder bekommen einen Punsch, wir Eltern einen Glühwein und an der Räucherstelle holen wir unsere frisch geräucherte Forelle ab, die wir vor Ort,  noch warm -  welch ein Genuss(!) - verspeisen.

Alle packen dann mit an, um den Baum zum Auto zu transportieren. Die Gruppe hat sich schon zuvor verabschiedet, so dass wir uns ein bisschen durchgefroren und müde, aber sehr zufrieden auf den Nachhauseweg machen. Sicherlich wird es der schönste Weihnachtsbaum, den wir je hatten!    

Infos: Die Führung ist kostenlos (Kosten entstehen für Baum und evtl.Forellen). Der Weg ist nicht an allen Stellen für Kinderwagen geeignet. 

von Sabine Rees

> mehr

Weihnachtsbaum

Weihnachtsbaum Meta