Auf der Suche nach 3.000 Teddybären

Es ist ein trüber Februarmorgen, die Sonne bahnt sich noch ihren Weg durch die Wolken - das ideale Wetter für unseren mit Vorfreude erwarteten Besuch im Steiff-Museum. Der Weg führt uns nach Giengen an der Brenz, Heimat und Geburtsstätte des berühm­ten Teddybären mit dem Knopf im Ohr. Die Kinder freuen sich auf viele Kuscheltiere zum Anfassen, wir Erwach­senen verbinden damit nostalgische Kindheits­erin­nerungen.

Von Stuttgart aus kündigt unser Navi eine gute Stunde bis zum Ziel an. Heute, am Sonntagmorgen, fahren wir auf der ansonsten so staugeplagten A8 entspannt durch und schaffen es tatsächlich in der angegebenen Zeit. Hinter Ulm nehmen wir die A7 bis zur Ausfahrt Giengen an der Brenz und folgen dort dem Teddybär auf den Schildern bis zum Museum, dessen elliptische Form an den Knopf im Ohr erinnern soll. Auf einer Fläche von 2.400 Quadratmetern, verteilt auf drei Stockwerke, haben die berühmten Kuscheltiere hier ein neues Zuhause gefunden. Wir schließen uns einer der Führungen an, die ganztags in verschiedenen Sprachen angeboten werden.

Mit Knopf und Frieda auf der Suche nach den Teddybären

Kindgerecht und spannend inszeniert machen wir uns zusammen mit dem Teddybären Knopf und seiner Freundin Frieda auf die Suche nach 3.000 verschwundenen Teddybären. Diese hatte ein Amerikaner im Jahre 1902 bestellt und so der Firma Steiff zum Durchbruch verholfen. Dabei kommen wir durch liebevoll gestaltete, interaktive Steiff-Welten, die uns Erwachsene ebenso zum Staunen bringen wie die Kinder.

Im zweiten Obergeschoss gibt es die Kuscheltiere dann zum Anfassen: auf lebensgroßen Tigern, Elefanten und Giraffen reiten die Kinder durch exotische Dschungellandschaften und schmusen unter Palmen mit imposanten Gorillas.

Die längste Plüsch-Rutsche der Welt

Der Volltreffer ist die 15 Meter lange Schlan­gen­rutsche – das erste begehbare Steiff-Tier und die angeblich längste Plüsch-Rutsche der Welt. Es dauert eine Weile, bis wir die Kinder zum Weitergehen motivieren, doch die Schaufertigung zieht sie dann sofort in ihren Bann: Hier kann man aus nächster Nähe beobachten, wie die Tiere in liebevoller Handarbeit ihren letzten Schliff bekommen. Im historischen Teil des Museums informieren Schaukästen über die Geschichte des Unternehmens: Vor 129 Jahren gründete Margarete Steiff die Manufaktur  - ihren Durchbruch hatte sie mit einem kleinen Elefanten als Nadelkissen. Besonders fasziniert sind die Kinder von der Geschichte dieser Frau, die an Kinderlähmung erkrankte und zeit ihres Lebens im Rollstuhl saß.  
Unseren Besuch lassen wir mit einem leckeren Mittagessen im Bistro Knopf ausklingen, wo man sich in Atmosphäre und Speisekarte ebenfalls ganz auf die Bedürfnisse von Familien mit Kindern eingestellt hat. Unser Fazit: besonders für kleinere Kinder ist das Museum ein echter Volltreffer, dem 10-jährigen hat es nach eigenen Worten doch etwas an „Action“ gefehlt. „Für Kinder ist das Beste gut genug“ lautete das Motto der Gründerin Margarete Steiff – wir finden, das wurde im Museum sehr gut umgesetzt.  

Tipp: wer sich auf den Weg nach Giengen macht, kann von April bis Oktober den Museumsbesuch mit einem Abstecher in die Höhlen ErlebnisWelt kombinieren: in der Char­lot­tenhöhle - mit 587 m eine der längsten Schauhöhlen Süddeutschlands – locken glitzernde Tropfsteinwelten, das Erleb­nismuseum HöhlenSchauLand am Fuße der Höhle verspricht eine spannende Zeitreise in die Urzeit und dasHöhlenHaus informiert über die  Charlot­tenhöhle und den GeoPark Schwä­bische Alb. Anschließend können sich die Kinder auf einem großen Was­ser- und Abenteuer­spielplatz austoben.

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Steiff Museum

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