Wo die wilden Tiere wohnen

„Ankunft in genau 30 Minuten“, sagt das Navi, nachdem wir in Stuttgart die Tiefenbronnerstraße 100 eingegeben haben. Unser Ziel ist an diesem ziemlich tristen und wolken­behangenen Sonntag der Wildpark Pforz­heim.

Vier Erwachsene, fünf Kinder zwischen zwei und neun Jahren und ein Hund machen sich also auf, um Fuchs und Hase im Wildpark Pforzheim, nein, nicht gute Nacht, sondern Hallo zu sagen. Und nicht nur Fuchs und Hase wollen wir dort treffen. Über 70 Tierarten leben hier. Wir haben uns den Übersichtsplan, der neben einem Tierpark-Quiz und weiteren Infos auf der Homepage zu finden ist, ausgedruckt und studieren auf der Fahrt bereits, welche Tiere im Park leben und wo überall Spielplätze sind.

Mufflon, Wildschweine und Esel

Kaum sind wir aus dem Auto ausgestiegen, entdecken wir gleich die Mufflons mit ihren mächtigen Hörnern. Als nächstes begegnen wir einem Alpaka mit schickem Haarschnitt. Erstaunlich, wie weich die Lippen sind, wenn es das Futter vorsichtig aus der Hand frisst. Am lustigsten finden wir beim Füttern die langen Zungen der Schottischen Hochlandrinder und am süßesten die Ziege, die nicht nur fressen, sondern auch ein bisschen mit uns kuscheln möchte.

Das spezielle Futter, das es an Automaten und auch am Kiosk im Wildpark für 2 Euro zu kaufen gibt, darf man vielen verschiedenen Tieren füttern. Grüne Schilder an den Gehegen zeigen, dass hier „Füttern erlaubt“ ist. Rote Schilder zeigen, dass Tiere, die hier wohnen, nicht gefüttert werden dürfen. Übrigens wissen das auch die Tiere. Denn alle die, die Futter bekommen, halten sich, zumindest heute, nah an den Zäunen auf und lassen sich so wunderbar beobachten.

Streichelzoo und Luchsfütterung

Alle Wege durch den Wildpark Pforzheim sind gut mit dem Kinderwagen befahrbar und es gibt viele Bänke, die für eine kleine Butterbrot- und Apfelschnitz-Rast genutzt werden können. Neben den weitläufigen Wildtiergehegen kommen bei allen Kindern auch der Kinderbauernhof und Streichelzoo super an. Toll sind die verschiedenen Spielplätze, die immer wieder zwischen den Gehegen auftauchen. Vor allem das ganz großartige Baumhaus mit Rutsche hat es den fünf Wildpark-Abenteurern angetan. Dann gibt es noch die Naturbildungsstätte mit Aquarium, das Fledermaus-Infozentrum, die Vogelstimmenwand und den Baumlehrpfad. Aber eindeutiges Highlight war die Luchsfüt­te­rung. Denn wenn vom Turm neben dem Luchs­gehege über Flaschenzüge dicke Fleischbrocken direkt in das Luchsgehege abgeseilt werden, und die großen Raubkatzen leichtfüßig Bäume hochsprinten, um sich ihren Leckerbissen zu greifen, ist das schon sehr eindrucksvoll.

Bevor wir uns auf den Weg nach Hause machen, werfen wir selbstverständlich noch ein paar Münzen in den Wunschteich neben den Ottern. Das Wildparkteam garantiert nämlich, dass die Wünsche in Erfüllung gehen... Wir sind sehr gespannt. Vor allem, was unsere Nachbarn dann zu dem lockigen Alpaka im Garten sagen werden.

von Tina Bähring

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