Learning by doing in der „experimenta“

Ach soo geht das!!

Man kann alles Mögliche lernen, wenn es gut vermittelt wird, diese Binsenweisheit trifft hier den Nagel voll auf den Kopf. Das haben die vier Jungs zwischen 13 und 15 Jahren nach unserem Ausflug ins größte Science Center Süddeutschlands selbst erlebt.

Was dabei am meisten Spaß gemacht hat, konnten sie hinterher gar nicht sagen. 150 Experi­mentierstationen sind auf vier The­men­welten verteilt. Im „E-Werk“ geht es um Energie, die „Werkstatt“ macht moderne Technik erfahrbar, das „Netzwerk“ zeigt, wie die Verständigung zwischen den Menschen funktioniert und im „Spielwerk“ geht es um Sport, Spiel, Musik und Bewegung.

Körperkraft für den CD-Player

Wie bekommt man mit diesem verflixten Strom­kreis die Ampelanlage zum Leuchten? Das war angewandter Physik­unter­richt im „E-Werk“. Zu Höchst­form sind die Jungs aber beim Energie­fahr­rad aufgelaufen. Schafft man es, mit der eigenen Körperkraft einen CD-Spieler in Betrieb zu setzen?
Wo hat man schon Gelegenheit, einen Ver­bren­nungs­motor auseinander- und wieder zu­sammen­zubauen? In der „Werkstatt“ gab es noch mehr faszinierende Versuche. Besonders an­getan hat es Cedric und Mathias die Ball­wurf­maschine. In welchem Winkel, mit wie viel Kraft schafft es der Roboterarm, einen Ball in eines der ausgesägten Löcher zu werfen? Viel Finger­spitzengefühl brauchte auch der hydraulisch betriebene Kran, mit dem man einen Ball durch ein Labyrinth manövrieren musste. 

Videotechnik und Riesenkicker

Ganz außergewöhnliche Exponate stehen im „Netz­werk“. Hier geht es um zwischenmen­schliche Kommunikation. Sehr lustig waren die Tierlaute, die Kinder aus verschiedenen Län­dern verwenden und die es nachzusprechen galt. Yannis hat am Computer einen eigenen QR-Code erstellt, den man mit einem Scanner wieder in lesbaren Text umwandeln konnte. Und Constantin hat mit einer speziellen Grafiksoftware sein aktuelles Foto in ein Zu­kunft­sbild verwandelt und weiß nun, wie er in 20 Jahren aussehen wird. Das Highlight auf die­sem Stockwerk waren aber ohne Zweifel die Tricks von Videoproduktionen mit Blue­screen­tech­nik, mit der Personen auf der Leinwand er­scheinen, die gar nicht im Raum sind. Das ge­mein­same Aha-Erlebnis: „Ach soo machen die das!“

Noch etliche Stunden mehr hätten wir im „Spielwerk“ verbringen können. Am fünf Meter langen Riesentischkicker zum Beispiel, oder beim Tanzschritte lernen, oder am Mixtisch, an dem man mit Geräuschen, Tönen und der eigenen Stimme Musik machen kann oder beim Feststellen, wie sportlich man eigentlich ist.

Das Fazit:
Ein faszinierender Tag. Besonders ge­fallen hat uns, dass man an fast allen Stationen etwas gemeinsam machen kann. Oft ist Teamwork sogar notwendig, damit das Ex­peri­ment funktioniert. Wenn mal etwas nicht geklappt hat, kamen freundliche Betreuer zu Hilfe. Die Aussteller haben den Spagat geschafft, Experimente für wirklich jede Alters- und Wissensstufe anzubieten. Obwohl wir den ganzen Tag Zeit hatten, haben wir längst nicht alles ausprobiert und ausgiebig genug erkundet. Wir müssen also unbedingt wiederkommen!  „Die Schüler in Heilbronn haben es echt gut“, das war die Meinung der vier Jungs.

Infos: Experimenta
Öffnungszeiten: mo bis fr 9 bis 18 Uhr, sa, so, feiertags 10 bis 19 Uhr, (24., 25.+31.12. geschl.)
Eintrittspreise: Kinder, Schüler, Auszubildende 4 Eur, Erwachsene 8 Eur,
Anfahrt: PKW, A81, Ausfahrt Heilbronn, City Parkhaus experimenta, Bahn: Hauptbahnhof Heilbronn, ca. 7 Minuten Fußweg


von Christina Stefanou

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